Neues von CrossRef
Erstellt von engelland am 16. November 2008
Zwei aktuelle Initiativen von CrossRef sollten hervorgehoben werden.
Seit Juni 2008 ist CrossCheck live – die zentrale Datenbank, um Plagiate in wissenschaftlichen Werken nachweisen zu können und damit zu verhindern. Neu ist nicht die Technik der Plagiaterkennung, sondern die Tatsache, dass nun erstmals eine kritische Masse relevanter Daten zum Abgleich zur Verfügung steht. Die teilnehmenden Verlage geben ihre Inhalte in einem gemeinsamen Pool; die zu prüfenden Texte werden werden mit dem Datenbestand abgeglichen und Stellen mit auffallender Ähnlichkeit werden hervorgehoben. Der Redakteur oder Lektor kann diesen Fällen dann genauer auf den Grund gehen.
Zweierlei ist entscheidend für den absehbaren Erfolg von CrossCheck:
- Die Vollständigkeit der Datenbank – dies war das Hauptproblem bisheriger Anti-Plagiat-Systeme. Durch die Einigung der CrossRef-Mitglieder auf eine zentrale Datenbank wird jetzt erstmals eine kritische Masse an Vergleichsdateb zur Verfügung stehen, um Plagiate im Wissenschaftsbetrieb systematisch zu erkennen.
- Die automatische Plagiatsuche macht nur Sinn, wenn sie frühzeitig im Veröffentlichungsprozess ansetzt. Die Manuscript-Tracking-systeme Editorial Manager und Scholar One beispielsweise bieten bereits die Plagiatprüfung im Rahmen der Manuskripteinreichung an.
Was, Sie sind noch nicht dabei? – Hier geht es zu CrossRef.
CrossMark wird ein m.E. unerlässliches Qualitätssigel für wissenschaftliche Publikationen werden. Wissenschaftsverlage werden darüber sicherstellen, dass der Nutzer elektronischer Veröffentlichungen stets über die aktuelle Version im Bilde ist. Das wird unumgänglich werden, sobald die ersten eBooks in zweiter Auflage erscheinen oder Referenzwerke aktualisiert werden.
Für den Leser wird CrossMark als Qualitäts-Label im PDF- oder HTML-Dokument erkennbar sein, das er anklicken kann. Nach dem Klick öffnet sich ein kleines Fenster mit der relevanten Information über die Version – inklusive des DOI-Links zum Web-Standort des Beitrags.
Die Entwicklung des CrossMark Label zeigt ein weiteres Mal:die Verlagswelt wandelt sich von einer produzierenden Branche in Dienstleistungs-Branche. Wer elektronisch publiziert, legt den Titel nicht mehr ad acta, wenn das letzte Exemplar verkauft ist. Neben den allgegenwärtigen Zugangsfragen wird gerade die nachgehende Sorge um die Qualität im Wettbewerb eine Rolle spielen.
Der Prototyp von CrossMark wird 2009 zur Verfügung stehen; ich halte Sie auf dem Laufenden.
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