Joachim Engelland

Beratung für Fach- und Wissenschaftsverlage

SCOAP3

Erstellt von engelland am 16. November 2008

Ein Versuch, die Rolle der Bibliotheken in der Open Access Thematik zu verändern, ist die Initiative SCOAP3. Es ist der Versuch, weltweit koordiniert Teile der Erwerbungsetats umzuwidmen und damit Publikationsprojekte zu finanzieren.

Das Ziel ist, für konkrete Zeitschriftentitel das open access Recht zu erkaufen. Und zwar nicht auf Titelebene (open choice), sondern pauschal für den ganzen Titel.

Das Acronym SCOAP3 steht für “Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics”. Die Initiative konzentriert sich auf die wichtigsten Publikationen auf dem Gebiet der Hochenergiephysik; es geht um Publikationen der Verlage sind APS, SISSA-IOP, Elsevier und Springer.

SCOAP3 bemüht sich darum, ein Konsortium von Bibliotheken zu formen, die bereit sind, ihre Budget für das Abonnement der betreffenden Zeitschriftenabonnements umzuwidmen und zur Finanzierung des Open Access zur Verfügung zu stellen. Bibliotheken, die sich an SCOAP3 beteiligen wollen, kalkulieren ihre jährlichen Ausgaben für die betreffenden Titel nach dem standardisierten Formular von SCOAP3.

Sobald eine finanzielle Basis hergestellt ist, soll mit den betreffenden Verlagen über Open-Access-Gebühren verhandelt werden. Der Ausgang dieser Verhandlungen wird ebenso interessant sein wie die Verwaltungsstruktur, die sich das Konsortium gibt.

Das Volumen der Transaktion wird von den SCOAP-Gründern auf 15 Mio USD jährlich geschätzt. Ein Betrag, der weltweit von den teilnehmenden Institutionen zusammen gebracht und verwaltet werden muss. Zudem wird mit den Verlagen regelmäßig nachverhandelt werden müssen, um Veränderungen in der Zahl der Artikel, Investitionen in die Entwicklung der Benutzeroberfläche der elektronischen Zeitschriften, Währungsschwankungen und ähnliche Unwägbarkeiten zu reflektieren.

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