Haltet den Besucher!
Erstellt von engelland am 16. November 2008
Der typische Nutzer wissenschaftlicher Informationen kommt bei Ihnen lediglich auf eine Stippvisite vorbei. Er landet auf der Produktseite – direkt beim Volltext. Wenn er zugangsberechtigt ist – weil er innerhalb einer Bibliothek arbeitet – dann lädt er sich das PDF herunter und verschwindet ohne einen einzigen weiteren Klick auf der Website. Wohin er geht wissen Sie nicht; und von wo er gekommen ist? Von überall her: von der Bibliothekswebsite, einem Abstracting Service, von Google oder einer anderen Suchmaschine, oder er hatte von einem Kollegen direkt die URL erhalten, die ihn zum Inhalt geführt hat.
Das Suchinterface der Verlagsseite jedenfalls hat er in der Regel nicht gesehen. In den Zeiten als noch die New Economy in aller Munde war erwartete man, dass „Portale“ einmal relevant sein würden. Und wer als Verleger weit voraus dachte, versuchte ein Portal zu errichten und darauf Inhalte und Nutzer zu versammeln. Aber das heutige Mega-Portal heißt Google, daneben gibt es eine Reihe anderer Zugangswege zu Informationen; aber eine Verlagsseite gehört selten dazu.
Aber warum baut der Verlag so etwas dann?! Reicht das PDF nicht aus, oder die Lizenz an einen eBook-Händler mit eigener Plattform? Hat der Verlag noch eine Chance auf Markenwirkung? – Ja, hat er. Bei geschickter Einrichtung der eBook-Oberfläche sind die Chancen für Verlage gut, wenn sie Zufallsbesuchern ihr Programm vorstellen wollen. Es gibt genau zwei Momente, an denen der Verlag ansetzen kann. (Und dafür ist es gut, diese eigene Plattform zu haben.)
- Sorgen Sie dafür, dass sich das PDF nicht in einem eigenen Acrobt-Fenster öffnet, sondern innerhalb der Website. Damit verschaffen Sie sich Raum für Ihre Marketingbotschaft; und der Nutzer wird einige Sekunden Zeit haben, sie zu sehen (während er dern Text ausdruckt). Das ist Ihre Gelegenheit, die „Amazon-Toolbox“ zu öffnen. Machen Sie ihm – datenbankestützt – unwiderstehliche Angebote (”Andere Leser haben auch folgende Beiträge gelesen…“; “Sie als Mitglied der xy-Gesellschaft könnten sich für … Interessieren” etc.)
- Richten sie den Ausdruck des PDF so ein, dass zusätzliche Informationen mit ausgegeben werden. Etwa mit dem Tenor: „dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift xy, er wurde heruntergeladen aus der yz-Bibliothek“. Selbst wenn Ihr Leser den Artikel später weitergibt bleiben die Marke der Publikation und des Verlags damit verbunden. Und wenn Sie auf dem PDF zusätzlich die URL oder DOI des Titels angeben, dann wird er auch online jederzeit wieder gefunden.
Interessiert Sie, welche Vermarktungschancen eine Produktplattform bieten sollte? – Dann lassen Sie uns telefonieren. Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.
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